GegenWind Saarland


Bürger-Energie-genossenschaften



Bürger-Energiegenossenschaften (Infos zu Rendite und Risiko anhand von Beispielen)
Info-Quelle für die Jahresabschlüsse :
Unternehmensregister (z.B. zum Abrufen von Jahresabschlüssen)


WICHTIG:
Ein großer Denkfehler der Anleger besteht oft darin, dass sie glauben, am Ende der Laufzeit bekämen sie ihr eingesetztes Kapital in jedem Fall wieder komplett zurück. Dies konnten wir den uns vorliegenden Informationen nicht entnehmen. Die Anteilseigner bekommen offensichtlich nur eine jährliche Überschussbeteiligung (bei manchen BEGs Dividende genannt), die häufig noch nicht einmal 1 oder 2 % ausmacht. Wie bei den oben aufgeführten BEGs zu sehen, liegt die Rendite oft sogar über Jahre hinweg bei 0,0% (also NIX!)

Bei manchen BEGs steht in der Satzung explizit drin, dass ein Gesamtverlust der Einlage nicht ausgeschlossen ist. Bei anderen steht nur drin, dass bei Verlusten keine Nachschusspflicht besteht. Das schließt aber einen Gesamtverlust Ihrer Einlage nicht aus.

Sie finden manchmal auch die Formulierung: "Der Eintritt in die Genossenschaft stellt eine unternehmerische Beteiligung dar." Auch diese Formulierung sagt nichts anderes, als dass Sie (ähnlich wie bei Aktien) zwar Gewinnchancen haben aber auch das Risiko eines Verlusts und zwar des gesamten eingesetzten Kapitals.

Der Kapital-Einsatz steckt im Windrad oder in dem Solarpark. Dieses "Bauwerk" hat nach 20 Jahren vermutlich keinen Wert mehr, kann sogar noch mit hohen Entsorgungskosten (Abriss und Entsorgung des Turms, des Rotors, des Maschinenhauses und des riesigen Fundamentes) belastet sein.

Je nachdem, ob und wie die BEG ihre Projekte als eigenständige juristische Personen (z.B. GmbH) organisiert, ist der Kapitalgeber nur an dem jeweiligen Projekt oder an der BEG insgesamt beteiligt. Wenn bei einer projektorientierten Organisation zum Ende der Laufzeit nach Abzug aller Kosten noch ein Guthaben vorhanden ist, kann dies je nach Vertrag an die Anteilseigner ausgeschüttet oder reinvestiert werden.

Ein kleines Investitions-Beispiel:
Sie investieren 20.000 EURO, Laufzeit: 20 Jahre.
Sie erhalten 20 Jahre lang 400,- EURO (entspricht 2% Rendite, die Sie aber noch versteuern müssen), macht zusammen 8.000 EURO (brutto). Wenn Sie von Ihrem Kapital aber nach 20 Jahren nichts mehr zurückbekommen, beträgt Ihr Verlust (mindestens) 12.000 €.

Ein paar Tipps für Kapitalanleger:
  1. Vor einer Investitionsentscheidung sollten Sie die zur Verfügung stehenden Werbematerialien, das  Beteiligungsvertragsformular und die zu erwartende Wirtschaftlichkeit von Ihrem Steuerberater sorgsam prüfen lassen!
  2. Lassen Sie sich dabei auch erklären, wie Sie steuerrechtlich mit einem eventuellen Verlust Ihrer Einlage im Laufe oder am Ende der Vertragslaufzeit umgehen können/sollen.
  3. Lesen Sie sich genau die Satzung durch.
  4. Prüfen Sie, unter welchen Bedingungen Sie kurzfristig aus der Genossenschaft aussteigen können und ob dabei Kosten anfallen.
  5. Lassen Sie sich von jedem abgeschlossenen Wirtschaftsjahr noch vor der Hauptversammlung (Generalversammlung/Genossenschaftsversammlung/Gesellschafterversammlung) den kompletten geprüften Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Lagebericht) schriftlich zuschicken.
  6. Nach Durchsicht des Jahresabschlusses (evtl. mit Ihrem Steuerberater)  können Sie in der Hauptversammlung gezielte Fragen stellen. Sie können sich dort auch durch Ihren Steuerberater vertreten lassen.
  7. Lassen Sie alle Fragen und Antworten ins Protokoll aufnehmen. Lassen Sie sich das Protokoll der Generalversammlung zeitnah zusenden.

Tipp für Verpächter:
Lassen Sie sich nicht im Pachtvertrag die Entsorgungskosten für das Fundament der Windkraftanlage aufbürden! Lassen Sie sich für die Sicherstellung der Entsorgung eine vom Betrag her nicht limitierte Bankbürgschaft geben.


Presse zu Verlustrisiken bei Erneuerbaren Energien


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