GegenWind Saarland

Stand: Feb. 2021

Beteiligungsmodelle (BEG/Fonds) und Risiken



(Alle Angaben ohne Gewähr, sie können sich von Projekt zu Projekt unterscheiden!)


WICHTIGE VORBEMERKUNG:
Ein großer Denkfehler der Anleger besteht oft darin, dass sie glauben, am Ende der Laufzeit bekämen sie ihr eingesetztes Kapital in jedem Fall wieder komplett zurück. Eine solche Garantie konnten wir nirgends finden. Die Anteilseigner bekommen offensichtlich nur eine jährliche Überschussbeteiligung (bei manchen BEGs und Fonds auch Dividende genannt), die häufig noch nicht einmal 1 oder 2 % ausmacht.

Bei manchen BEGs/Fonds steht in der Satzung/im Gesellschaftsvertrag explizit drin, dass ein Gesamtverlust der Einlage nicht ausgeschlossen ist. Bei anderen steht nur drin, dass bei Verlusten keine Nachschusspflicht besteht. Das schließt aber einen Gesamtverlust Ihrer Einlage nicht aus.

Sie finden manchmal auch die Formulierung: "Der Eintritt in die Genossenschaft stellt eine unternehmerische Beteiligung dar." Auch diese Formulierung sagt nichts anderes, als dass Sie (ähnlich wie bei Aktien) zwar Gewinnchancen haben, aber auch das Risiko eines Verlusts und zwar des gesamten eingesetzten Kapitals.

Ihr Kapital-Einsatz steckt im Windrad oder im Solarpark und verliert über die Laufzeit von 20 Jahren ständig an Wert, ganz so wie bei Ihrem Auto, das nach 20 Jahren auch nicht mehr viel wert ist. Den Kaufpreis des Anteilscheins zahlt Ihnen niemand zurück, genau wie bei Ihrem Auto der Kaufpreis. Das Geld ist also weg! Im Gegensatz zu Ihrem Privatwagen soll Ihre Beteiligung am Windrad Geld jedoch verdienen. Wenn Sie also 20 Jahre lang einen fortwährenden Kapitalschwund akzeptieren, muss die Rendite schon deutlich höher sein als nur 2%, damit Sie den Verlust Ihres Kapitals verschmerzen können.
Zumal sie ja alle Einnahmen
auch noch versteuern müssen!

Rendite?
Niemand wird Ihnen für eine Beteiligung an einem Windrad oder einer PV-Anlage eine feste Rendite versprechen, einfach weil solche Anlagen wetterabhängig sind. Und: Weil sich schon so mancher Investor bei seinen Erwartungen bzgl. Windhöffigkeit und Sonnenstunden/Jahr "die Finger verbrannt" hat. Es gibt "jede Menge" Projekte, die nie aus der Verlustzone rauskamen.

Wer verdient an Windrädern?
Und der Anteilseigner? ("Oma und Opa" mit der angesparten Rente)
Dieses "Bauwerk" produziert wie ein Auto mit zunehmender Laufzeit immer mehr Wartungs- und Reparaturkosten. Bei einer Kanzelhöhe von 165 Metern sind Wartung und Reparaturen nicht billig. Nach 20 Jahren "hat das Windrad fertig". Jetzt kommt das Thema "Abriss, Entsorgung und Renaturierung" dran. Die Zeiten, wo so ein Monster einfach gesprengt wurde, sind vorbei. Alles muss wieder einzeln demontiert werden, wie beim Aufbau. Wie größere Mengen der heutigen Rotoren (aus Carbonfaser-verstärkten Kunststoffen) recycelt werden können, ist zudem noch ungeklärt.

Je nachdem, ob und wie die BEG oder ein Fond die Projekte unternehmensrechtlich organisiert, z.B. als eigenständige juristische Personen, etwa eine GmbH, als GmbH&Co. KG oder als Genossenschaft sind Sie als Kapitalgeber nur an dem jeweiligen Projekt oder aber an der BEG bzw. am Fond  insgesamt beteiligt.


Ein kleines Investitions-Beispiel:

Ein paar Tipps für Kapitalanleger:
  1. Vor einer Investitionsentscheidung sollten Sie die zur Verfügung stehenden Werbematerialien, das  Beteiligungsvertragsformular und die zu erwartende Wirtschaftlichkeit von Ihrem Steuerberater oder einem entsprechend qualifizierten Rechtsanwalt sorgsam prüfen lassen!
  2. Lassen Sie sich dabei auch erklären, wie Sie steuerrechtlich mit einem eventuellen Verlust Ihrer Einlage im Laufe oder am Ende der Vertragslaufzeit umgehen können/sollen.
  3. Lesen Sie sich die Satzung der Genossenschaft bzw. den Gesellschaftervertrag kritisch durch.
  4. Prüfen Sie, ob und unter welchen Bedingungen Sie kurzfristig aus der Genossenschaft aussteigen können, wie der Restwert Ihres Kapitalanteils ermittelt wird und welche Kosten beim Ausstieg anfallen.
  5. Lassen Sie sich von jedem abgeschlossenen Wirtschaftsjahr noch vor der Hauptversammlung (Generalversammlung/Genossenschaftsversammlung/Gesellschafterversammlung) den kompletten geprüften Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Lagebericht) schriftlich zuschicken.
  6. Nach Durchsicht des Jahresabschlusses (evtl. mit Ihrem Steuerberater)  können Sie in der Hauptversammlung gezielte Fragen stellen. Sie können sich dort auch durch Ihren Steuerberater vertreten lassen.
  7. Lassen Sie alle Fragen und Antworten ins Protokoll aufnehmen. Lassen Sie sich das Protokoll der Generalversammlung zeitnah (innerhalb 4 Wochen) zusenden.

Tipps für Verpächter:

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